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Bezirksgeschichte

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Bezirksgeschichte2019-05-10T11:24:09+02:00

Wir haben den Wissenschaftler und Historiker, Professor Luigi Cimarra, dafür gewinnen können, die Geschichte des Herstellungsbezirks von Civita Castellana zu erzählen.

Die Ursprünge der Keramikherstellung in der Gegend um Civita Castellana reichen bisweit in die Vergangenheit zurück. Der Fluss Treja und die zahlreichen Nebenflüsse des Tevere in der Umgebung der Steinbrüche für Kaolin und feuerfesten Ton gestatteten den Bewohnern des alten Falerii Veteres, der Hauptstadt der Falisker, sich nach und nach bemerkenswerte Fähigkeiten in der Herstellung von Keramik anzueignen: Von anfänglich groben Arbeiten gelangten sie schließlich zu den feinsten Artefakten, zu Imitationen orientalischer Kunst.

Das 6. und 5. Jahrhundert vor Chr. bringen Konkurrenz durch die einzigartigen, attischen Keramiken und der Sektor gerät in eine Krise. Doch wieder einmal gelingt es der lokalen Produktion durch geschickte persönliche Anpassung an den besseren Stil zu überleben. Mit der Zerstörung von Falerii Veteres durch die Römer, was der Autonomie der Falisker ein Ende setzte, wird gleichzeitig jedoch die Geschirrherstellung in der Region nicht unterbrochen.

Bemalte Keramikschale.
Große bemalte Keramikvase.
Etruskisch. Archäologisches
Museum, Tarquinia.

Die kommunalen Statuten von Civita Castellana bestätigen, dass auch im Mittelalter die Herstellung von Keramiken eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft gespielt hat und dass es sich bei den “Vascellari” um eine Zunft handelte, die großes Ansehen genoss. Dieser seit Jahrhunderten
ununterbrochene rote Faden findet seinen Fortgang in der industriellen Entwicklung der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, als der venezianische Kupferstecher Giovanni Trevisan, genannt Volpato, von Papst Pius VI. eine Konzession erlangte, in der Umgebung des Monte Soratte nach Ton zu graben.

Das gab der Herstellung von Kunstkeramiken einen starken Impuls und traf den Geschmack in der Mode der Zeit, Reproduktionen klassischer Modelle anzufertigen. Die Volpato Manufaktur wurde zur Vorläuferin für eine ganze Reihe von Fabriken, die sich im neunzehnten Jahrhundert in der Region niederließen (erinnern wir uns unter den vielen an die Marcantoni, 1881).

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann Antonio Coramusi, Bewohner von Civita Castellana, unter Verwendung lokaler Rohstoffe mit der Herstellung von Sanitäranlagen und hob damit in der Tat die Spezialisierung der Gegend um Civita Castellana aus der Taufe: Viele Betriebe wandeln sich zu jener Zeit von handwerklichen zur industriellen, und viele greifen auch zu importierten Rohstoff en, um eine bessere Qualität des Endprodukts zu gewährleisten. Diese Vermehrung von Manufakturen (Sbordoni 1911, Percossi in den 20er Jahren, die sich auf die Herstellung von Fliesen konzentrieren) und die gute Resonanz des Markts, vor allem auf nationaler Ebene, erlitten mit den Jahren des Faschismus einen starken Rückschlag, denn die Wirtschaftspolitik der Autarkie verhinderte die Versorgung mit Rohstoff en aus dem Ausland, was eine deutliche Verschlechterung der Produkte nach sich zog.

Giovanni Volpato,
Doppelherme mit den Portraits von
Anton Raphael Mengs und José
Nicolás de Azara, 1785-1798.

Das Italien der ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Land gezeichnet von der Notwendigkeit des Wiederaufbaus seiner Industriestruktur und die Region der Civita Castellana bildet hier natürlich keine Ausnahme.

In den 50er Jahren wurden viele Arbeiter entlassen, denn die Unternehmen, in denen sie arbeiteten, waren nicht in der Lage der Krise weder finanziell noch produktiv die Stirn zu bieten. Angetrieben also durch die Notwendigkeit, entschieden sich viele Keramiker die Fabriken von den Eigentümern zu übernehmen. Für sie ging es darum, das menschliche Kapital und die auf sehr hohem Niveau liegenden technischen Kenntnisse nicht zu verlieren und die „natürliche“ Berufung eines ganzen Landstrichs weiterhin am Leben zu halten.

Die Betriebsführung ist nun nicht mehr die traditionelle, denn die Besitzer sind die Arbeiter selbst. Diese neue Ordnung bot den Vorteil, dass die Produktionskapazitäten erhöht wurden, denn die Keramiker waren direkter als bisher von Erfolg oder Misserfolg ihrer Arbeit betroff en. Akkordarbeit wurde zu einem viel praktizierten Vertragsmodel. In den 60er Jahren erlebte Italien einen Bauboom, der eine rasante Nachfrage nach Konsumgütern mit sich brachte. Diese Nachfrage wurde Dank grundlegender Innovationen im Herstellungskreislauf befriedigt. Der toskanische, mit Holz befeuerte Brennofen wurde vom Tunnelofen verdrängt, der eine gleichmäßigere Hitzeverteilung garantierte, und das Gießen wurde eingeführt. Diese Innovationen verlangten notwendigerweise andere Fachkräfte, was eine Modernisierung der Belegschaft nach sich zog bzw. Fortbildung für die, die mit der traditionellen Technik verbunden waren. Genau diese Maßnahmen waren es, die die Branche in die Lage versetzten, durch die Anwendung neuer Technologien mehr als andere schaff en zu können.

In jenen Jahren bildeten sichdie Grenzen dessen heraus, was heute der Keramikteil von Civita Castellana ist. Die 70er Jahre erfuhren eine noch stärkere Nachfrage, was als Folge einen niedrigeren Qualitätsstandard mit sich brachte. Das beständige Wachstum der Branche zog viele unausgebildete Arbeiter an, denn es garantierte ihnen Arbeit und hohe Löhne. Die Folgen dieser ungeordneten Entwicklung jedoch ließen nicht lange auf sich warten. Im folgenden Jahrzehnt führte die Krise des europäischen Markts tatsächlich zu schweren Schlägen für viele Unternehmen, denen es nicht mehr gelang, wettbewerbsfähig zu bleiben. Denjenigen jedoch, die widerstanden und weiterhin auf Innovationen setzten, gelang es, Teile des nahöstlichen Marktes zu erobern.

Abermals wurden tiefgreifende Veränderung notwendig, um sicherzustellen, dass dieses Erbe nicht verloren ging, und es waren erneut technologische Neuerungen, wie zum Beispiel neue Maschinen für das Gießen und Roboter für die Emaillierungen der Sücke, die zum Überleben des Sektors beitrugen.

Heute allerdings sind sich in Civita viele Unternehmer in der Branche darüber im Klaren, dass viele Schwellenländer zu ernstzunehmenden “Konkurrenten” geworden sind. Darum wurde es wichtig, den Unternehmen ein größeres Maß an Industrialisierung zu geben, was vor allem durch Privatkapital möglich geworden ist.

Im Jahr 1982 wurde das Centro Ceramica Civita Castellana aus der Taufe gehoben, das die kleinsten Unternehmen der Branche mit den kleinen und mittleren für eine gemeinsame Suche nach Ressourcen und neuen Technologien zusammenschließt. Ein unerlässlicher Schritt zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen, die sich durch eine Welt mit einer globalisierten Wirtschaft stellen. In der Region von Civita Castellana weiß man, dass das Wissen um die Handwerkskunst verbunden mit den Anforderungen einer qualitativ hochwertigen Herstellung in großem Maßstab nicht hoch genug geschätzt werden kann. Aber in einem Gebiet, das über alle notwendigen Ressourcen verfügt, kann man den vielfältigen Herausforderungen, die diemZukunft dem Sektor der Keramikherstellung immer wieder stellen wird, optimistisch entgegen treten.

Wir haben den Wissenschaftler und Historiker, Professor Luigi Cimarra, dafür gewinnen können, die Geschichte des Herstellungsbezirks von Civita Castellana zu erzählen.

Die Ursprünge der Keramikherstellung in der Gegend um Civita Castellana reichen bisweit in die Vergangenheit zurück. Der Fluss Treja und die zahlreichen Nebenflüsse des Tevere in der Umgebung der Steinbrüche für Kaolin und feuerfesten Ton gestatteten den Bewohnern des alten Falerii Veteres, der Hauptstadt der Falisker, sich nach und nach bemerkenswerte Fähigkeiten in der Herstellung von Keramik anzueignen: Von anfänglich groben Arbeiten gelangten sie schließlich zu den feinsten Artefakten, zu Imitationen orientalischer Kunst.

Das 6. und 5. Jahrhundert vor Chr. bringen Konkurrenz durch die einzigartigen, attischen Keramiken und der Sektor gerät in eine Krise. Doch wieder einmal gelingt es der lokalen Produktion durch geschickte persönliche Anpassung an den besseren Stil zu überleben. Mit der Zerstörung von Falerii Veteres durch die Römer, was der Autonomie der Falisker ein Ende setzte, wird gleichzeitig jedoch die Geschirrherstellung in der Region nicht unterbrochen.

Bemalte Keramikschale.
Große bemalte Keramikvase.
Etruskisch. Archäologisches
Museum, Tarquinia.

Giovanni Volpato,
Doppelherme mit den Portraits von
Anton Raphael Mengs und José
Nicolás de Azara, 1785-1798.

Die kommunalen Statuten von Civita Castellana bestätigen, dass auch im Mittelalter die Herstellung von Keramiken eine wichtige Rolle in der
lokalen Wirtschaft gespielt hat und dass es sich bei den “Vascellari” um eine Zunft handelte, die großes Ansehen genoss. Dieser seit Jahrhunderten
ununterbrochene rote Faden findet seinen Fortgang in der industriellen Entwicklung der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, als der venezianische Kupferstecher Giovanni Trevisan, genannt Volpato, von Papst Pius VI. eine Konzession erlangte, in der Umgebung des Monte Soratte nach Ton zu graben.

Das gab der Herstellung von Kunstkeramiken einen starken Impuls und traf den Geschmack in der Mode der Zeit, Reproduktionen klassischer Modelle anzufertigen. Die Volpato Manufaktur wurde zur Vorläuferin für eine ganze Reihe von Fabriken, die sich im neunzehnten Jahrhundert in der Region niederließen (erinnern wir uns unter den vielen an die Marcantoni, 1881).

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann Antonio Coramusi, Bewohner von Civita Castellana, unter Verwendung lokaler Rohstoffe mit der Herstellung von Sanitäranlagen und hob damit in der Tat die Spezialisierung der Gegend um Civita Castellana aus der Taufe: Viele Betriebe wandeln sich zu jener Zeit von handwerklichen zur industriellen, und viele greifen auch zu importierten Rohstoff en, um eine bessere Qualität des Endprodukts zu gewährleisten. Diese Vermehrung von Manufakturen (Sbordoni 1911, Percossi in den 20er Jahren, die sich auf die Herstellung von Fliesen konzentrieren) und die gute Resonanz des Markts, vor allem auf nationaler Ebene, erlitten mit den Jahren des Faschismus einen starken Rückschlag, denn die Wirtschaftspolitik der Autarkie verhinderte die Versorgung mit Rohstoff en aus dem Ausland, was eine deutliche Verschlechterung der Produkte nach sich zog.

In den 50er Jahren wurden viele Arbeiter entlassen, denn die Unternehmen, in denen sie arbeiteten, waren nicht in der Lage der Krise weder finanziell noch produktiv die Stirn zu bieten. Angetrieben also durch die Notwendigkeit, entschieden sich viele Keramiker die Fabriken von den Eigentümern zu übernehmen. Für sie ging es darum, das menschliche Kapital und die auf sehr hohem Niveau liegenden technischen Kenntnisse nicht zu verlieren und die „natürliche“ Berufung eines ganzen Landstrichs weiterhin am Leben zu halten.

Die Betriebsführung ist nun nicht mehr die traditionelle, denn die Besitzer sind die Arbeiter selbst. Diese neue Ordnung bot den Vorteil, dass die Produktionskapazitäten erhöht wurden, denn die Keramiker waren direkter als bisher von Erfolg oder Misserfolg ihrer Arbeit betroff en. Akkordarbeit wurde zu einem viel praktizierten Vertragsmodel. In den 60er Jahren erlebte Italien einen Bauboom, der eine rasante Nachfrage nach Konsumgütern mit sich brachte. Diese Nachfrage wurde Dank grundlegender Innovationen im Herstellungskreislauf befriedigt. Der toskanische, mit Holz befeuerte Brennofen wurde vom Tunnelofen verdrängt, der eine gleichmäßigere Hitzeverteilung garantierte, und das Gießen wurde eingeführt. Diese Innovationen verlangten notwendigerweise andere Fachkräfte, was eine Modernisierung der Belegschaft nach sich zog bzw. Fortbildung für die, die mit der traditionellen Technik verbunden waren. Genau diese Maßnahmen waren es, die die Branche in die Lage versetzten, durch die Anwendung neuer Technologien mehr als andere schaff en zu können.

In jenen Jahren bildeten sichdie Grenzen dessen heraus, was heute der Keramikteil von Civita Castellana ist. Die 70er Jahre erfuhren eine noch stärkere Nachfrage, was als Folge einen niedrigeren Qualitätsstandard mit sich brachte. Das beständige Wachstum der Branche zog viele unausgebildete Arbeiter an, denn es garantierte ihnen Arbeit und hohe Löhne. Die Folgen dieser ungeordneten Entwicklung jedoch ließen nicht lange auf sich warten. Im folgenden Jahrzehnt führte die Krise des europäischen Markts tatsächlich zu schweren Schlägen für viele Unternehmen, denen es nicht mehr gelang, wettbewerbsfähig zu bleiben. Denjenigen jedoch, die widerstanden und weiterhin auf Innovationen setzten, gelang es, Teile des nahöstlichen Marktes zu erobern.

Abermals wurden tiefgreifende Veränderung notwendig, um sicherzustellen, dass dieses Erbe nicht verloren ging, und es waren erneut technologische Neuerungen, wie zum Beispiel neue Maschinen für das Gießen und Roboter für die Emaillierungen der Sücke, die zum Überleben des Sektors beitrugen.

Heute allerdings sind sich in Civita viele Unternehmer in der Branche darüber im Klaren, dass viele Schwellenländer zu ernstzunehmenden “Konkurrenten” geworden sind. Darum wurde es wichtig, den Unternehmen ein größeres Maß an Industrialisierung zu geben, was vor allem durch Privatkapital möglich geworden ist.

Im Jahr 1982 wurde das Centro Ceramica Civita Castellana aus der Taufe gehoben, das die kleinsten Unternehmen der Branche mit den kleinen und mittleren für eine gemeinsame Suche nach Ressourcen und neuen Technologien zusammenschließt. Ein unerlässlicher Schritt zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen, die sich durch eine Welt mit einer globalisierten Wirtschaft stellen. In der Region von Civita Castellana weiß man, dass das Wissen um die Handwerkskunst verbunden mit den Anforderungen einer qualitativ hochwertigen Herstellung in großem Maßstab nicht hoch genug geschätzt werden kann. Aber in einem Gebiet, das über alle notwendigen Ressourcen verfügt, kann man den vielfältigen Herausforderungen, die diemZukunft dem Sektor der Keramikherstellung immer wieder stellen wird, optimistisch entgegen treten.